International Sommerschule “Ikonographie der antiken Welt” 08.-12. September 2025
Die Ikonographie rückte seit den 1970er Jahren vor allem durch die Arbeiten von Othmar Keel und seinem Schüler*innenkreis in den Fokus alttestamentlicher Forschung. Wurden in den frühen Arbeiten der sich etablierenden Fribourg School die Bildzeugnisse der südlichen Levante ebenso wie der diese Region wechselweise beherrschenden Großkulturen an Nil, Euphrat und Tigris zunächst als Illustration biblischer Texte verwendet, so trat nach und nach ihr eigenständiger Quellenwert in den Blick der Betrachtenden und wurde so zum Forschungsgegenstand eines Forschungszweiges alttestamentlicher Wissenschaft. So stellt die Bildwissenschaft heute neben der Textwissenschaft und der Biblischen Archäologie ein drittes Feld dar, das für die Rekonstruktion der Religionsgeschichte der südlichen Levante konstitutiv ist.
Die internationale Sommerschulen ist eine großartige Möglichkeit, theoretische Einsichten der Ikonographie mit praktischen Erfahrungen bei der Bildanalyse zu verbinden, und dabei mit Studierenden und Dozierenden unterschiedlicher Wissenschaftskontexte in Kontakt zu kommen. Die Sommerschule 2025 wird zwei Schwerpunkte verfolgen. Wir werden uns mit Stempelsiegeln von der Bronzezeit bis in die Hellenistische Zeit hinein befassen und werden zudem einen vertieften Blick auf die mesopotmische Kunst in spätbabylonischer Zeit werfen.
Zielgruppe: Die Sommerschule wendet sich an Graduierte und Doktoranden im Bereich der Hebräischen Bibel, des Neuen Testaments und der Nachbarwissenschaften.
Kursziel: Die Teilnehmenden erlernen Grundlagen der Bildanalyse und sind in der Lage, diese auf Objekte und Artefakte anzuwenden. Durch eine kontinuierliche Methodenreflexion werden sie darin geschult, ihre Beobachtungen in Bezug auf ihre jeweiligen Forschungsfragen auszuwerten.
Die Teilnehmenden haben die Möglichkeit, eigene Forschungsarbeiten zu präsentieren und zu diskutieren.
Folgende Themen werden im Rahmen des Kurses behandelt:
- Methodische Ansätze zur Bildanalyse
- Hellenistischer Einfluss auf die Kunst des Vorderen Orients
- Praktische Überungen zur Bildnanalyse an antiken Artefakten
Kursleitung: Dr. Thomas Wagner (Wuppertal) und Prof. Dr. Silas Klein Cardoso (Vitória)
Workshops mit: Prof. Dr. Silvia Schroer (Bern), Prof. Dr. Stephanie Langin-Hooper (Dallas) und Dr. Josephine Fechner (Göttingen)
Praktische Informationen:
Leistungsanrechung: 2 ECTS
Kontaktstunden: 20
Teilnahmegebühr: 70.00€/Person (Kosten für Unterkunft, Verpflegung und Reise sind nicht eingeschlossen)
Förderung: Eine Förderung zur Teilnahme an der Sommerschule ist über die Teilnahme Ihrer Universität an Austauschprogrammen gebunden. Bitte erkundigen Sie sich beim International Office Ihrer Universität über vor Ort bestehende Möglichkeiten wie Erasmus+ und vergleichbarer Programme..
Bitte senden Sie Ihre Bewerbungsunterlagen bis 15. August 2025 an Silas Klein Cardoso (silas[at]fuv.edu.br) oder Thomas Wagner (twagner[at]uni-wuppertal.de). Die Teilnehmendenzahl ist auf 20 Personen beschränkt.